SGV Story

Wie es begann
Wenn man aus der Geschichte lernen kann, dann gibt der Blick wichtige Informationen; Am 29. September 1934 war die Gründungsversammlung im Lokal „Haus Rose“ Die Namen der Mitgründer sind noch bekannt; Johann Czuback, Herbert Dörrbecker, Willi Ernst, Änne Ginzel, August Ginzel, Willi Kinscher, Franz Kruschinski, Fritz Lappe, Meta Lappe, Hans Markus, Walter Nay, Helmut Nowak, Arthur Ottma, Georg Ottma, Erich Perband, Elisabeth Quint, Franz Quint, Elfriede Reckert, Heinrich Schneider, Willi Schneider, Oswald Skorne, Paul Stratmann, Georg W. Wagner und Ernst Zebut Die Versammlung stand unter einem ungünstigen Stern. Der Vorstand konstituierte sich als „Abteilung Brambauer-Brechten“. 1. Vorsitzender: Studienrat Georg Wilhelm Wagner aus Dortmund 2. Vorsitzender: Georg Ottma 1. Schriftführer : Herbert Dörrbecker 1. Kassierer : August Ginzel 1. Wanderwart : Heinrich Schneider Auf dem Rückweg von der Gründerversammlung stieg der 1.Vorsitzende aus der Straßenbahn und wurde überfahren. Von diesem Schock hatte sich die frischge- Gründete Abteilung noch nicht ganz erholt, als sich die Gleichschaltung aller Vereine im Reich durch die Nationalsozialisten auszuwirken begann. Ab 1935 setzte die NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) Heinrich Brühl als kommissarischen Vorsitzenden ein.1938 bis 1941 übernahm mit August Ginzel als Mitbegründer ein SGVer den Vorsitz, doch der 1939 begonnene Krieg lähmte die Vereinsarbeit. Bis zum Kriegsende kümmerte sich Georg Ottma kommissarisch um die Unterlagen. Zwei drittel der Männer und später bis zum Kindesalter hinunter die Jugend wurden zum Kriegsdienst gezogen. Die Frauen mussten Schwerstarbeit leisten – Bombenangriffe, Hunger, Flüchtlingselend bestimmten die Jahre bis zum Kriegsende 1945 und unmittelbar danach. Vereinsarbeit war praktisch nicht möglich. Die Rückkehr der Kriegsgefangenen, der Aufbau der Demokratie und Selbstbestimmung in unserem Land weckten neuen Mut in der Bevölkerung von Brambauer. 1946 fanden die ersten Zusammenkünfte der Abteilung Brambauer statt. In der Jahreshauptversammlung beschloss der Verein den Bau einer neuen Hütte;“Sie sollte dazu dienen, der Jugend und allen Wanderfreunden die Möglichkeiten zu geben, ein zügiges Vereinsleben aufzubauen und in froher Runde zu entspannen“. Am Rande des Volksparks stellte die Gebrüder Stumm GmbH als Eigentümerin der Zeche „Minister Achenbach“ aus ihrem Grundbesitz eine 4180 Quadratmeter große Fläche als Pachtgelände zur Verfügung. Geld war in dieser Zeit um 1946/47 nicht viel wert. Material gab es nicht zu kaufen – Maschinen und Fahrzeuge für Privatzwecke gab es so gut wie gar nicht. Was es da heißt, Planierungsarbeiten durchzuführen, Steine aus dem Schutt bombenzerstörter Häuser heranzuschaffen und zu bearbeiten, das ist schwer vorstellbar. Die opferbereiten und fleißigen Mitglieder stellten als Tauschmittel für das Baumaterial Schnaps zur Verfügung, den sie wegen besonderer Leistungen im Bergbau bekamen. „Kompensation“, das war die Zauberformel für einen regen Tauschhandel und Schwarzmarkt. So wundert es nicht, dass bis zum Juni 1950 dauerte, ehe der Verein die offizielle Einweihung feiern konnte. Im Juni 1948 hatte die Währungsreform zwar wieder den Geldwert normalisiert – aber alle Mitglieder hatten bei kleinem Einkommen einen starken Nachholbedarf im persönlichen Bereich. Opferbereitschaft, Organisationstalent, Mut und viel Fleiß hatten Erfolg. Der Massivbau mit Holzdach und Terrasse hatte 1950 zwei Tagesräume (35m² und 20m²) und eine kleine Küche. Ausbau und Verbesserungen Schon 1952 legten die Brambauer SGV Mitglieder wieder Hand an; Eine größere Küche (20m²) entstand, die bisherige Küche wurde zum Garderobenraum. Zum Betrieb des Hauses benötigte die Abteilung Wasser. Also begann man mit einem Brunnenbau. Die Pumpe ist heute noch in Betrieb. 1969 stand die Abteilung Brambauer vor einer schwierigen Entscheidung. Die Zeche „Minister Achenbach“ sollte in die Ruhrkohle AG einbezogen werden. Die damaligen Eigentümer boten den Kauf des Grundstücks an. Dazu musste sich die SGV-Abteilung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Lünen eintragen und hatte den Kaufpreis mit runde 5000.00 DM in einer Summe aufzubringen. Natürlich war die Kasse nicht in der Lage, diesen Betrag zur Verfügung zu stellen. In einer Versammlung setzten sich die Befürworter des Kaufes mit großer Mehrheit durch. Wanderfreund Harry Deckner stellte den Betrag von 5000.00 DM als ein zinsloses Darlehen zur Verfügung. Die Mitglieder sagten verbindlich zu, innerhalb von 18 Monaten das Geld an ihn zurückzuzahlen. Jedes Mitglied verpflichtete sich außerdem als Einmal-Betrag 100.00 DM zu spenden, ohne das sich daraus ein Rechtsanspruch auf Rückzahlung bei einem Austritt entstand. Es gab nur acht Austritte wegen dieser Beschlüsse. Am 26.September 1969 wurde die SGV-Abteilung Brambauer ins Grundbuch beim Amtsgericht in Lünen als Eigentümerin eingetragen. Dank der Opferbereitschaft der Mitglieder konnte das zinslose Darlehen bereits nach sechs Monaten an Harry Deckner zurückgezahlt werden. 1971 entschloss sich die Abteilung zum Bau des längst fälligen Toilettenraumes. Bernhard Joseph erstellte die Pläne dazu, weil es eilte, im Krankenhaus. Die hygienischen Verhältnisse waren vorher problematisch, denn den Mitgliedern stand vorher für ihre Notdurft nur ein etwas vom Heim entfernt liegendes Häuschen mit Herz zur Verfügung. Vor allen Dingen im Winter hatte dieser „Donnerbalken“ seine Tücken. Arthur-Theis-Hütte Als Hüttenwart hatte sich seit 1952 Arthur Theis verdient gemacht. Als er 1972 das 25jährige Vereinsjubiläum begehen konnte, anerkannte die Abteilung seine besonderen Verdienste in 20jähriger Tätigkeit als Hüttenwart, in dem sie das Vereinsheim offiziell auf „Arthur-Theis-Hütte“ taufte. Eine Granittafel an der Außenwand erinnert an dieses besondere Ereignis. 1974 bestand die Abteilung 40 Jahre. Aus diesem Anlass wurde im Heim gefeiert und es gab eine Festschrift. Der 1.Spatenstich zur Erweiterung des Hauses war dann am 1.10.1978. Nach gut einjähriger Bauzeit feierte die Abteilung mit allen Mitgliedern am 14. November 1979 die Fertigstellung. Mit einem großen Tagesraum (etwa 50m²), dem Nebenzimmer für Sitzungen (20m²) und einer ebenso großen Küche hat das Heim einen optimalen Zuschnitt für den Vereinsbedarf. Die Toilettenräume, Flure, die Garderobe und der Abstellraum gehören mit etwa 80m² dazu. Eine Wasserleitung und die Gasheizung sichern die Nutzung zu jeder Jahreszeit. 1981 entstand der offene Kamin im Tagesraum. Hierbei machte sich der Hüttenwart Bernhard Joseph besonders verdient. 1983 baute die Abteilung einen überdachten Grillplatz aus und rundete damit im Außenbereich die Möglichkeiten optimal ab. Nicht unerwähnt sollten die Wanderfreunde Walter Hoffmann und Walter Kuhnt bleiben, Walter Hoffmann war Vorsitzender von 1964 bis 1976, dann Walter Kuhnt von 1976 bis 1982, danach wieder Walter Hoffmann von 1982 bis 1988. Beide haben großes für den Verein geleistet. 1984 wurde das 50jährige bestehen der Abteilung unter Vorsitz von Walter Hoffmann gefeiert. 1988 übernahm Heiner Heimsoth den Vorsitz im Verein. Er sollte ihn 18 Jahre behalten. Zuletzt war er auch kommissarisch als Hüttenwart tätig. Auch in dieser Zeit wurden immer wieder Neuerungen und Änderungen nötig. (Ein Gastank wurde gekauft, eine neue Gastherme mit Zentralheizung eingebaut). 2006 zur Jahreshauptversammlung trat Heiner Heimsoth nach 18jähriger Tätigkeit zurück. In der gleichen Versammlung wurde Dieter Brüseke zum Vorsitzenden gewählt. Dieser leitete den Verein bis zum 31.12.2008. Heutiger Vorsitzender ist Armin Gregor. Als Hüttenwart steht ihm Engelbert Wersing unterstützend zur Seite. Am 01.01.2009 zählte der Verein 121 Mitglieder. Am 11.09.2009 wurde unser 75 jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Unsere Hütte wurde im Juni 2010 60 Jahre alt.Dieser Anlass wurde mit einem Tag der offenen Tür gebührend gefeiert.


